Vertrauen

Ich versuche gerade, in den kommenden Tagen und Wochen an einem neuen Buch weiterzuarbeiten. Das Thema? Es geht ums Vertrauen. Mein Eindruck: Nichts ist in unserem Glauben so umkämpft wie unser Vertrauen in Gott. Unser Alltag beschert uns laufend Situationen, die unser Vertrauen in Gott in Frage stellen.

Haben Sie Lust auf einen kleinen persönlichen Test?

Welche Situation beschäftigt sie gerade am allermeisten? Wo sind Sie herausgefordert? Was macht Ihnen zu schaffen?

Und nun die Frage: Was würde sich verändern, wenn Sie im Blick auf diese Sache vertrauen könnten? Wäre ein neues Vertrauen in Gottes Sorgen, Begleiten, Klären, Helfen eine entscheidende, vielleicht sogar die entscheidende Hilfe?

Meine These: Das Allermeiste von dem, was uns tiefergehend beschäftigt, hat mit der Vertrauensfrage zu tun. Mit der Frage, ob ich Gott letztlich vertrauen kann, dass am Ende meines Weges die Dinge gut sein werden. Von Gott selbst geordnet und geklärt.

Heute, beim Nachdenken über ein bestimmtes Kapitel im geplanten Buch kam mir ein Schlüsselgedanke. Ich suchte gerade nach einer stimmigen, der Bibel entsprechenden Antwort auf die Frage, was unser Vertrauen in Gott am meisten nährt. Ich fand die Antwort in Römer 8, z.B. in Vers 32; aber auch in Galater 2,20b (falls Ihre Bibelübersetzung dort das Wort “Glauben” verwendet, können Sie es mit “Vertrauen” ersetzen). Ich kann wohl dann Gott am ehesten konkret vertrauen, wenn ich vor Augen habe, wie viel Er mir gegeben hat und ständig gibt. Wenn ich sehe, verstehe und darüber staune, wie beschenkt ich bin. Römer 8 versucht ja nichts anderes, als mir genau das vor Augen zu führen.  So dass ich zum Schluss komme:

Vertrauen kann, wer staunen kann.

6 Kommentare zu “Vertrauen”

  1. eklisa 14 April 2011 at 21:13 #

    Hallo, lieber Thomas!
    Danke für Deine Gedanken. Genau an diesem Thema bin ich dran und freu mich schon auf Dein Buch ;-)
    Ich habe Gott immer vertraut. Hab auch gute Erfahrungen damit gemacht. Und dann stellte ich mich irgendwann Gott bewusst neu zur Verfügung. Danach kam der Hammer. Die halbe Welt stürzte ein. Danach gab es Momente, in denen ich mein Gebet ehrlich bereut habe
    Das ist schon einige Jahre her. Aber es ist noch immer nicht wieder gut für mich. Geblieben ist ein großer Respekt, mich Gott erneut zur Verfügung zu stellen. Mein Ur-Vertzrauen ist weg. Und im Hinterkopf bleibt die Frage: Was kommt dann? Das tut mir weh, weil ich “eigentlich” Gott ganz vertrauen möchte. Deshalb ist Deine Frage: “Was würde sich verändern, wenn….” total spannend für mich. Ich ahne, da habe ich noch einen Weg vor mir.
    Liebe Grüße, Eklisa

  2. Nordsee 13 April 2011 at 10:57 #

    Ich sehe auch oft, dass Menschen ihr Vertrauen verlieren, weil sie nicht bekommen was sie sich wünschen. Sie bekommen den Eindruck, Gott kümmert sich ja doch nicht um mich.Das kenne ich auch bei mir.
    Gott hat es uns nicht versprochen, dass es uns immer gut geht. Auch haben wir keinen Anspruch darauf, dass all unsere Bitten in Erfüllung gehen.
    Diese Spannung auszuhalten ist nicht immer leicht. Um Vertrauen zu lernen, muss ich üben, von meinen eigenen Wünschen weg zu sehen und sie nicht als Bedingung für meinen Beziehung zu Gott zu machen.

  3. tanja 11 April 2011 at 21:36 #

    Lieber Thomas
    Bei mir ist das meistens mehr ein Willensentscheid, also ein “Vertrauen wollen” als ein “Können.”Mir fällt es oftmals schwer zu vertrauen, vor allem dann, wenn die Dinge eben nicht so laufen, wie ich mir das vorstelle oder wuensche bzw. wenn etwas ein Leben lang ungeklärt bleibt und nach meinem Ermessen wenig Sinn macht. Mir kommt dazu gerade das Eheversprechen in den Sinn. Da entscheide ich mich ja auch bewusst, jemanden ein Leben lang zu lieben und zu vertrauen, dass es gut kommt, obwohl ich im Voraus nie Gewissheit haben kann, was auf die Beziehung zukommt. Ich werde das Buch verschlingen:-)

  4. thaerry 9 April 2011 at 14:03 #

    Danke euch beiden für diese zwei wichtigen Ergänzungen. Wertvoll!
    Thomas

  5. shasta-cor 9 April 2011 at 13:44 #

    Mit der Frage, ob ich Gott letztlich vertrauen kann, dass am Ende meines Weges die Dinge gut sein werden. Von Gott selbst geordnet und geklärt.

    Das spannende an dieser These ist, daß wenn Gott etwas ordnet und klärt es dennoch dazu kommen kann, daß bestimmte Dinge nicht mehr / noch niht so sind, wie man es sich selber sehnlichst wünscht und dennoch ganz wichtige Dinge geklärt sind. DAS ist eine Spannung, die erst einmal ausgehalten werden muss.

    Während ich dieses schreibe fällt mir ein, wie Gott auf ganz anderer Ebene mir/uns gerade Geschenke macht mit erfüllten Wünschen / Träumen, die schon längst vergessen schienen, die man (so rational orientiert wie wir heute gerne sind) schon längst als unrealistisch ausgebucht / abgeschrieben hatte. Dann plötzlich ergibt es sich – durch eine neue Arbeitsstelle kann man in das Land zurückkehren, deren Sprache man immer so gerne gesprochen hat und auf der Rückfahrt kann man noch Freunde besuchen – nach 15 Jahren. Und plötzlich bauen sich die Dinge zusammen: Gott hatte das alles noch nicht vergessen. Kann es sein, daß ich / wir häufig einfach viel zu ungeduldig sind!? Rhetorische Frage, ich weiß – ich zumind merke: ja, ich bin es – und beginne daran zu arbeiten. Das gute ist: Gott fordert zwar unser Vertrauen heraus – aber er fordert es nicht ein, um es dann auszunutzen.

  6. Dorothee 9 April 2011 at 11:00 #

    Lieber Thomas,
    Danke! mich hat das Thema Vertrauen gerade noch in eine andere Richtung geführt: Vertrauen hat viel mit Abhängigkeit zu tun, gesunder Abhängigkeit – von Gott, von Menschen. Ich habe da Vertrauen in Gott gelernt, wo ich erlebt habe, wie er sich um mich kümmert, ganz persönlich. Und da sehe ich auf der menschlichen Seite einen gefährlichen Trend: wo kleine Kinder sehr früh “weggegeben” werden (sehe es hier in Holland!), lernen sie wohl beizeiten selbständig und unabhängig zu sein, aber nicht zu vertrauen – sich jemandem anzuvertrauen – ausser sich selbst. Das wird ja auch heute gefordert von jedem: sei unabhängig, habe deine eigene Meinung, entscheide frei! Wie sollen solche Menschen Gott vertrauen können??
    Nachdenkliche Grüße,
    Dorothee


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