Lies was Anständiges!

Im Wald treffe ich momentan ungewöhnlich viele Jogger. Die Zeitungen sind voller Tipps zum Abnehmen. Fitnessstudios sind in diesen Tagen voll. Zeit der grossen Vorsätze zum Jahresanfang! Viele werden wieder fallen gelassen (wie jedes Jahr werde ich gegen Ende Januar wieder ziemlich einsam durch den Wald joggen…)

Dennoch: Ich finde Vorsätze gut. Wie vor einem Jahr habe ich mir um Neujahr wieder einige konkrete Schritte für mein inneres Wachstum notiert (davon mehr in einem der nächsten Blog-Einträge)

Über einen schönen Vorschlag bezüglich Vorsätzen bin ich im genialen Büchlein von Eugene H. Peterson „The Wisdom of Each Other“ gestossen. In einem Brief ermutigt er seinen Freund, endlich nicht mehr nur christliche Selbsthilfebücher zu lesen, sondern sich solide Theologie zuzuführen. Er nennt den Inhalt der meisten Bücher auf dem frommen Markt teure „therapeutische Cheerleader-Slogans“. Abgehobene Ausführungen, die mit dem wirklichen Leben wenig zu tun haben.

Peterson ist selber ein Vielschreiber. Wenn er in einer Buchhandlung eines seiner eigenen Bücher unter der Sparte „Geistliches Leben“ findet, nimmt er es heraus und schiebt es bei der Sparte „Kochbücher“ wieder hinein. Der Grund? „Ich vermute, dass es bei den Menschen, die sich mit grundlegenden Fragen des täglichen Lebens auseinandersetzen (z.B. Kochen) eine grössere Bereitschaft für die entscheidenden Glaubensfragen gibt als bei diejenigen, die diesen Alltagsherausforderungen entfliehen wollen.“

Sein Rat an den Freund: Such dir zehn wirklich brauchbare, gehaltvolle theologische Bücher. Man muss sie suchen, denn sie stehen nicht auf dem vordersten Regal der christlichen Buchhandlung. Manche gibt es nur noch antiquarisch. Aber es gibt sie. Setz dich mit deinem Pastor zusammen und bitte ihn, dir seine zehn Favoriten zu nennen. (Anmerkung: Bleibt nur zu hoffen, der Pastor liest selber etwas Anständiges….). Und dann lies das während den nächsten Jahren. Lies sie ein zweites, drittes Mal. Beste Massnahme für ein christliches Leben mit Tiefgang.

Also: Fassen Sie einen wirklich sinnvollen Vorsatz und melden Sie sich noch heute bei Ihrem Pastor!

7 Kommentare zu “Lies was Anständiges!”

  1. Gwehwyr 6 Januar 2012 at 18:04 #

    Das ist ja lustig, denn gerade gestern habe ich die Bücherregale gründlich umgeräumt, manches aussortiert, das Übrige anders geordnet. Die besten Plätze gehören jetzt den Büchern von Józef Tischner: “Die Philosophie des Dramas”, “Die Ethik der Solidarität”, “Die unselige Gabe der Freiheit” – solide Theologie eben :-) Tischners Kommentar zum neuen katholischen Katechismus übersetze ich gerade für meinen Mann ins Deutsche.

  2. […] Härry schrieb in einem lesenswerten Artikel folgendes (und zitiert dabei Eugene Peterson): Setz dich mit deinem Pastor zusammen und bitte ihn, […]

  3. Paulusfreundin,)) 6 Januar 2012 at 14:15 #

    Ja Dorothea,Du hast recht!!!!Woran erkennt man
    einen Christen?Daran,dass er jeden Tag in der Bibel liest aus Leidenschaft.Sagte auch Pastor Wilhalm Busch,)))Und den find ich klasse.Mein Mann
    und ich hörten über Weihnachten WilhelmBuschpredigten und er hat uns gestärkt,also
    indirekt durch Gott!

    • thaerry 6 Januar 2012 at 14:30 #

      Bibel ja, aber darum geht es mir bei diesem Eintrag nicht – mein Thema ist gute, währschafte, Verstand und Herz formende theologische Literatur. Die auch zur Bibel hinführt, sonst wäre sie keine gute theologische Literatur. Aber eben vorallem Bücher, bei denen es mal nicht um uns selbst geht, sondern um Gott – seine Wege, sein Reich, seine Pläne. Dazu will ich Mut machen. Das mit der Bibel setze ich voraus… Herzlich, Th. Härry

  4. shasta-cor 5 Januar 2012 at 20:44 #

    Lieber Thomas Härry,

    danke für diesen Beitrag. Ja, Heilung & Co ist wichtig – aber handfeste Nahrung und Taten des Glaubens sind genauso wichtig, sonst fangen wir an zu humpeln.

    Dann mach ich mal weiter mit den Buchempfehlungen. ;-)

    Um meinem Nick alle Ehre zu machen, empfehle ich als allererstes: Die Chroniken von Narnia – ier insbesondere “The Horse and his boy – Der Ritt nach Narnia” (denn von dort kommt mein Nick her).

    Dann als Gegengewicht zu den “Cheerleaderbüchern”: “wütende Gespräche mit Gott” (von Susan E. Isaacs), da sie darin mit dieser um sich selbst kreisenden Literaturwelle in einer sehr glaubwürdigen aber auch leicht deftigen (!) Art und Weise aufräumt.

    Zusätzlich empfehle ich
    – “In seinen Fußstapfen” von Charles Sheldon (aus 1896!)
    – “eine harte Gnade” (eine Biographie eines Lewis Freundes)
    oder einfach mal zum Wegschmökern und trotzdem was gutes Lesen: Die Notiz – über die Suche einer Frau nach dem Adressaten einer kurzen Notiz, die ein Mann bei einem Flugzeugabsturz in den Händen hielt.

  5. Dorothea 5 Januar 2012 at 13:57 #

    Wie wäre es, sich nicht Bücher, sondern DAS Buch vorzunehmen? Nicht nur in light-Version, sondern ausgiebig? Ich finde das die allerbeste “Maßnahme für ein christliches Leben mit Tiefgang”. Bücher über… gut, DAS Buch… besser. Um Längen!

  6. Paulusfreundin,)) 5 Januar 2012 at 12:27 #

    Ich empfehle wirklich von Herzen und dringend,

    die Bücher von Alice Schwarzer zu lesen(ohne ihre

    Ideologie zu teilen),darüber wirklich mal nachzudenken,dann das Buch von Lise Elliot,die sich ernsthaft und wissenschaftlich mit Unterschieden zwischen Mann und Frau auseinandersetzt,dann die Bücher von dem genialen Francis Schaeffer!Liebe Grüße


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